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Von Test bis T20: Alles was du über Cricket Wetten wissen musst

Cricket Wetten laufen in drei Formaten, vom Test über fünf Tage bis zum T20 an einem einzigen Tag. Gezählt wird in Runs und in Wickets, und aus diesen beiden Zahlen kommen auch die Wettgegenstände: die Run-Summe eines bestimmten Abschnitts, die Art, wie ein Batter ausscheidet, der beste Batter oder Bowler einer Partie. Ob am Ende Runs oder Wickets im Ergebnis stehen, entscheidet sich daran, welche Seite gewinnt.

Dauer und Ausgänge von Cricket Sportwetten in Test, ODI und T20

Ein Test läuft über fünf Tage, und jedes Team schlägt darin zweimal. Ein ODI gibt jeder Mannschaft 50 Overs, ein T20 20, und beide Formate sind an einem Tag zu Ende. Reicht die Zeit im Test nicht für eine Entscheidung, endet die Partie unentschieden, und für deine Siegwette ist dieser dritte Ausgang dort kein Ausnahmefall. Von 419 gewerteten Test Matches zwischen Januar 2016 und Dezember 2025 gingen 52 so aus, also 12,41 Prozent. Ungefähr jede achte Partie der langen Form endet damit ohne Sieger. An dieser Stelle muss angemerkt werden, dass im Test theoretisch auch ein Tie möglich. Hierfür müssen beide Teams am Ende des (beendeten) Spiels gleich viele Runs haben. Da dies jedoch extrem unwahrscheinlich ist, führen die meisten Wettanbieter diesen Ausgang nicht und bei einem Tie bekommst du deinen Einsatz zurück, da er anders gewertet wird als ein Remis.

In den kurzen Formen hat jede Mannschaft ihre feste Zahl an Overs, und am Ende steht in aller Regel eine höhere Summe auf einer der beiden Seiten. Enden beide gleich hoch, gehen die Formate auseinander. Im T20 folgt ein Super Over, ein zusätzliches Over für jede Mannschaft, und danach hat die Partie einen Sieger. Im ODI ist das nicht vorgesehen, dort bleibt es beim Tie, und die Siegwette hat damit wie im Test drei mögliche Ausgänge statt zwei.

Test

ODI

T20

Distanz

fünf Tage

50 Overs je Team

20 Overs je Team

Innings je Team

zwei

eins

eins

Welches Format vor dir liegt, erkennst du am Wettbewerb. Länderpartien unter dem Dach des International Cricket Council werden grundsätzlich in allen Formaten gespielt, in Klubligen wird in der Regel ausschließlich im 20-Over-Format gespielt - unter anderem in der Indian Premier League und in der Caribbean Premier League.

So läuft eine Cricket-Partie ab

Zwei Mannschaften wechseln sich ab: Eine schlägt und sammelt Runs, die andere steht im Feld, stellt den Bowler und nimmt Wickets. Ein solcher Abschnitt heißt Innings. Er endet, wenn die schlagende Seite all out ist, wenn kein weiterer Batter mehr antritt, wenn der Kapitän das Innings für beendet erklärt oder wenn die vereinbarten Overs abgelaufen sind. All out bedeutet bei elf Spielern zehn gefallene Wickets, denn der letzte Batter kann ohne Partner nicht mehr schlagen. Ein Over besteht aus sechs regulären Bällen, und die Overs kommen abwechselnd von beiden Enden des Feldes.

Gezählt wird in Runs. Die beiden Batter in der Mitte laufen zwischen den Wickets hin und her, und jeder abgeschlossene Lauf zählt einen Run. Schneller geht es über die Boundary, die Begrenzung des Spielfelds. Erreicht der Ball die Grenze, müssen die Batter dafür nicht laufen. Sechs Runs sind es, wenn er vom Schläger kommt und vorher nicht im Feld aufgekommen ist, vier, wenn er zuvor aufkam und oder den Schläger nicht berührte. Bleibt der Ball im Feld, bringt er dagegen nur die Runs, die die beiden Batter dabei schaffen. Verfehlt ein Ball den Schläger und ist er kein Wide, also kein regelwidriger Wurf des Bowlers, bekommt die schlagende Seite die gelaufenen Runs als Bye. Diese Runs zählen für das Team und nicht für den Batter, sie laufen als Extras. Ein Wide wird ebenfalls mit einem Extra-Run bestraft und der jeweilige Wurf muss wiederholt werden - er zählt also nicht zu den Over.

Das Gegenstück zum Run ist das Wicket. Fällt es, ist dieser Batter für das Innings fertig und der nächste kommt an die Reihe. An der Zahl der noch offenen Wickets hängt am Ende sogar, in welcher Größe der Sieg notiert wird. Die zuerst schlagende Mannschaft legt mit ihrer Summe die Zielvorgabe fest, die zweite braucht einen Run mehr. Erreicht sie das Ziel, lautet das Ergebnis auf die Zahl der Wickets, die ihr dabei noch geblieben sind, gewinnt dagegen die zuletzt im Feld stehende Seite, lautet es auf Runs. Was genau ein Wicket eigentlich ist, erfahrt ihr weiter unten.

Die Positionen im Cricket vom Opener bis zum Wicketkeeper

Zwei Batter stehen immer gleichzeitig in der Mitte, und das erste Paar eines Innings, die Opener, ist vom ersten Ball an dabei. Wer weiter hinten in der Reihenfolge steht, kommt erst an die Reihe, wenn vor ihm ein Wicket gefallen ist, und deshalb sehen die beiden vorderen Positionen die meisten Bälle. Auf den Schlagpositionen eins und zwei entstanden in den Saisons 2021 bis 2025 der Indian Premier League 43.204 von 121.057 Team-Runs, also 35,69 Prozent. Zwei Plätze in der Reihenfolge bringen dort mehr als ein Drittel aller Runs.

Für Cricket Wetten auf einen einzelnen Spieler zählt deshalb zuerst seine Position, dann sein Können. Ein Batter auf Position sieben kann der stärkere Spieler sein und trotzdem kaum Bälle bekommen, weil vor ihm zu wenig schiefgegangen ist oder weil die Overs ablaufen, bevor er an der Reihe ist. Im Test fällt diese Grenze schwächer aus als im T20, wo das Innings viel früher endet, ganz gleich, wie viele Batter noch warten.

Im Feld ist die Lage anders verteilt. Das Regelwerk des Marylebone Cricket Club umfasst 42 Laws, und nur eine einzige davon gilt einer bestimmten Feldposition: Nur der Wicketkeeper darf Handschuhe und äußere Beinschützer tragen, und er muss bis zum Ballkontakt vollständig hinter dem Wicket bleiben. Alle übrigen Feldpositionen haben keinen eigenen Eintrag im Regelindex. Ihre Namen und ihre Aufstellung sind Sache der Mannschaft, nicht des Regelwerks.

Der Toss als Münzwurf vor dem ersten Ball

Frühestens 30 und spätestens 15 Minuten vor dem geplanten Spielbeginn treffen sich die beiden Kapitäne zum Toss. Der Gewinner des Münzwurfs sagt an, ob seine Mannschaft zuerst schlägt oder ins Feld geht, und sobald er das mitgeteilt hat, kann er die Wahl nicht mehr zurücknehmen. Vor dem ersten Ball steht damit fest, welche Seite die Zielvorgabe setzt und welche sie einholen muss.

Von Januar 2016 bis Dezember 2025 gewann in der Indian Premier League die Mannschaft mit dem Toss-Gewinn 337 von 652 Partien mit Toss-Ergebnis, also 51,69 Prozent. Für eine Siegwette ist der Ausgang des Toss damit ein ziemlich schwaches Argument - vor allem bei langen Formaten spielt er keine sonderlich große Rolle.

Run-Anzahl bei Cricket Wetten für Match, Innings, Team und Powerplay

Eine Über-/Unter-Grenze auf die Run-Anzahl des ersten Innings zählt die Runs genau dieses Innings, unabhängig davon, welche Mannschaft darin schlägt. Wer den Toss abgewartet hat und weiß, wer zuerst ins Feld geht, hat bei seinen Wetten also einen massiven Vorteil. Unter Umständen sind die Quoten nach dem Coin Toss dafür aber etwas niedriger. Vor dem abgeben deiner Tipps solltest du also immer nachschauen, worauf sich die jeweilige Run-Grenze bezieht.

Bezugsgröße

Worauf sich die Grenze bezieht

Match

die Runs der ganzen Partie, über beide Mannschaften und alle Innings

Innings

die Runs eines bestimmten Innings, gleich welche Mannschaft darin schlägt

Team

die Runs einer bestimmten Mannschaft

Powerplay

die Runs der ersten sechs Overs eines T20-Innings, im ODI der ersten zehn

Fall des ersten Wickets

die Run-Anzahl des Teams bis zu dem Ball, an dem das erste Wicket fällt

Das Powerplay ist der erste Abschnitt eines Innings, in dem höchstens zwei Feldspieler außerhalb des Innenkreises stehen dürfen. Eine der Bezugsgrößen fällt aus der Reihe: Die Run-Anzahl bis zum ersten Wicket endet nicht nach einer festen Zahl von Overs, sondern mit einem Ereignis. Das erste Wicket kann beim zweiten Ball fallen oder erst nach 15 Overs, und bis dahin läuft die Summe weiter.

Extras und Penalty Runs zählen in jede dieser Summen mit, unabhängig davon, wie sie zustande kamen. Ein Bye, den kein einziger Schlag verursacht hat, hebt deinen Laufwert genauso wie ein Sechser aus der Mitte.

Welche Größenordnung bei Cricket Wetten auf Runs normal ist, hängt am Format. In den Saisons 2021 bis 2025 der Indian Premier League brachte ein erstes Innings im Schnitt 179,14 Runs, gerechnet aus 63.057 Runs in 352 Innings. Eine Grenze bei 170 oder 180 Runs ist im 20-Over-Format also der Normalfall, während dieselbe Zahl für ein Powerplay von sechs Overs weit jenseits jeder Erwartung läge.

Getrennt von der Run-Anzahl werden außerdem die Boundaries gezählt, Sechser und Vierer je für sich. Im selben Wettbewerb und Zeitraum fielen 5.427 Sechser in 353 Partien, also 15,37 je Partie. Die Grenze auf die Zahl der Sechser bewegt sich also beispielsweise im niedrigen Zehnerbereich.

Wicket-Wetten auf Anzahl, Zeitpunkt und Art des Ausscheidens

Ein Batter kann auf verschiedene Arten ausscheiden, und fünf davon tragen einen eigenen Namen: Bowled, Caught, LBW, Run out und Stumped. Eine Wette auf die Art des Ausscheidens führt genau diese fünf und dazu eine Sammeloption für alle übrigen Fälle. Sie gilt immer für genau ein Wicket, etwa das erste der Partie, und wird nach dessen Art abgerechnet. Daneben steht dieselbe Frage auch mit nur zwei Auswahlmöglichkeiten, Caught oder Not Caught.

Die Arten unterscheiden sich darin, was das Ausscheiden auslöst. Bei Bowled ist es der Ball, der das Wicket umwirft, auch wenn er vorher Schläger oder Körper berührt hat. LBW greift, wenn der Ball das Wicket getroffen hätte, der Batter ihn aber mit dem Körper abfängt, ohne den Schläger einzusetzen; dafür müssen fünf Bedingungen zugleich erfüllt sein, unter anderem, wo der Ball aufkommt und wo er den Batter trifft. Für Caught braucht es kein Wicket, sondern einen Feldspieler, der den Ball vom Schläger fängt, bevor der Ball den Boden berührt. Run out und Stumped haben eine gemeinsame Voraussetzung, den Batter außerhalb seiner Linie. Bringt dann ein Feldspieler das Wicket zu Fall, ist es ein Run out, und zwar gleich, ob überhaupt gelaufen wird. Tut das der Wicketkeeper allein und hat der Batter keinen Run versucht, ist es ein Stumped. Treffen auf dasselbe Wicket zwei Arten zu, gibt es eine strikte Rangordnung, die vorgibt, wie das Wicket und somit auch die Wette zu werten sind.

Wie oft die sechs Auswahlmöglichkeiten zutreffen, geht weit auseinander.

Art des Ausscheidens

Anteil an 4.292 Wickets der Saisons 2021 bis 2025 in der Indian Premier League

Caught

70,62 Prozent

Bowled

14,84 Prozent

LBW

6,50 Prozent

Run out

5,85 Prozent

Stumped

1,91 Prozent

alle übrigen Fälle zusammen

0,28 Prozent

Die Sammeloption fängt damit einen Rest ab, der nicht einmal jedes dreihundertste Wicket trifft. Für die seltenen Ausgänge gibt es entsprechend höhere Quoten; Caught ist der klare Favorit unter den sechs, und auf Not Caught entfallen umgekehrt 29,38 Prozent. Hierbei darfst du allerdings nicht vergessen, dass es sich bei diesen Zahlen um Werte aus einer einzigen Liga und einem einzigen Format (T20) handelt - sie lassen sich also nicht beliebig übertragen und dienen nur als Beispiel!

Was bei Top Batter und Top Bowler mit gleichem Bestwert passiert

Zwei Bowler kommen im selben Innings auf je drei Wickets. Damit ist die Wette auf den Top Bowler noch nicht geteilt, denn zuerst entscheidet, wer dabei weniger Runs zugelassen hat. Erst wenn auch diese zweite Zahl gleich ist, gilt das Ergebnis als geteilt. Beim Top Batter ist der Bestwert die höchste Run-Anzahl, und stehen dort am Ende zwei Spieler gleich, wird ebenso geteilt.

Ein geteiltes Ergebnis ist weder ein halber Gewinn noch eine Rückgabe des Einsatzes, sondern eine eigene Rechnung. Dein Einsatz wird durch die Zahl der gleichrangigen Spieler geteilt, und nur dieser Teil wird zur vollen Quote gewertet; der Rest ist verloren. Angenommen, du setzt 10 Euro auf einen Top Bowler zur Quote 4,00, und am Ende teilen sich zwei Spieler den Bestwert. Gewertet werden dann 5 Euro zur Quote 4,00, zurück kommen 20 Euro, dein Gewinn liegt also bei 10 Euro statt bei den 30 Euro, die ein alleiniger Bestwert gebracht hätte. Bei drei gleichrangigen Spielern wären es 10 Euro geteilt durch drei, gewertet zur Quote 4,00, und damit rund 3,33 Euro Gewinn.

Wie bei der Run-Anzahl steht auch hier immer dabei, worauf sich die Wette bezieht. Gemeint ist also entweder ein einzelnes Innings, eine bestimmte Mannschaft oder das ganze Match. Weil die Schlagposition, wie oben bereits erwähnt, einen großen Unterschied macht, wählst du bei Cricket Wetten auf den Top Batter meist einen der beiden Opener.

Cricket Wetten bei Regen und wann eine verkürzte Partie zählt

Ein Ergebnis entsteht im ODI nur, wenn beide Mannschaften Gelegenheit zu mindestens 20 Overs hatten, im T20 iegt diese Grenze bei fünf Overs je Mannschaft. Bleibt eine der beiden Seiten wegen des Regens darunter, lautet das Ergebnis No Result, und daran ändert auch ein noch so klarer Vorsprung bis zur Unterbrechung nichts. Gemessen an der vollen Distanz ist die Hürde im kurzen Format die niedrigere: fünf von 20 Overs sind ein Viertel, 20 von 50 Overs zwei Fünftel.

Wird die Partie nach einer Unterbrechung verkürzt fortgesetzt, bleibt der ursprüngliche Zielwert nicht bestehen. Aus den verbleibenden Overs und den bereits gefallenen Wickets errechnet die Methode des International Cricket Council einen neuen Zielwert (Target Score) für das zweite Team. Die Zahl, an der sich eine Mannschaft messen lassen muss, kann sich während der Partie also verschieben - und zwar aus Gründen, die mit ihrer eigenen Leistung nichts zu tun haben.

Muss die Partie hingegen nach Erreichen der Mindestdistanz komplett abgebrochen werden, greift dieselbe Methode für das finale Endergebnis. Sie bestimmt rückwirkend zum Zeitpunkt der Unterbrechung einen Par Score, also den Stand, den das schlagende Team zu diesem Zeitpunkt mindestens hätte haben müssen. Liegt es darüber, hat es gewonnen; liegt es darunter, gewinnt die andere Seite. Für Cricket-Wetten heißt das, dass sich eine Partie am grünen Tisch entscheiden kann, ohne dass noch ein einziger Ball gespielt wird.

Paul
Paul

Ich beschäftige mich seit über zehn Jahren mit Sportwetten. In dieser Zeit habe ich hunderte Wettanbieter selbst getestet und dadurch ein feines Gespür dafür entwickelt, wer seriös arbeitet und wer nicht. Auf Bet.eu findest du nur Anbieter, die ich persönlich unter die Lupe genommen habe, von der Angebotsbreite über die Quoten bis hin zu den Zahlungsabläufen. Dazu kommt der Faktencheck: Ich prüfe die Angaben in den Texten, damit hier nichts steht, das nicht stimmt. Meine Erfahrung hilft mir dabei, Stärken und Schwächen klar zu benennen und dir Tipps an die Hand zu geben, mit denen du Spaß am Wetten hast, ohne deine Verantwortung aus den Augen zu verlieren.